Metakognition und Lernen in der Grundschule

Metakognitive Strategien sind das A und O im Lernprozess: Dieser wird geplant, überwacht und am Ende kontrolliert. Abhängig vom Ergebnis der Kontrolle wird der Prozess dann wiederholt oder eben nicht. Gesteuert wird der Prozess von verschiedenen Faktoren wie Motivation und Volition (Willenskraft), Intelligenz, sozioökonomischen Faktoren und auch dem Schwierigkeitsgrad der Aufgaben. Sind die Aufgaben zu einfach, werden sie über kristallines Wissen beantwortet, es braucht für die Lösung keine Strategie. Sind die Aufgaben zu schwierig, sind die Voraussetzungen für eine eigene Strategieentwicklung nicht gegeben.

 

Wie entwickeln sich also metakognitive Strategien bei hochbegabten Grundschulkindern, wenn die Aufgaben keinerlei persönliche Herausforderung darstellen? Dieser Frage sind wir mit unserer Studie "Metakognitive Steuerung von Lernprozessen bei der Bearbeitung von Hausaufgaben bei hochbegabten Viertklässlern" auf den Grund gegangen.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass alle Kinder sich etwa gleich viel Wissen über Lernstrategien über den Verlauf der Grundschule aneignen. Tendenziell werden diese Strategien jedoch von hochbegabten Jungen weniger angewendet als von den anderen Kindern. Ein zusätzliches Resultat der Studie ist, dass hochbegabte Jungen tendenziell weniger motiviert sind, ihre Hausaufgaben zu erledigen. Die Ursache und die Folgen in der weiteren Schulkarriere sind durch weitere Studien zu untersuchen.

 

Die komplette Studie, die im Rahmen einer BSc-Thesis an der PFH Göttingen durchgeführt wurde, können Sie hier herunterladen.

Download
Metakognitive Steuerung von Lernprozessen bei der Bearbeitung von Hausaufgaben bei hochbegabten Viertklässlern
BSc_Andres_Kippenberg.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.7 MB